DEUVET Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge e.V.
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Samstag, 05. Juni 2010
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Klassikwelt Bodensee - Diskussionsrunde Restaurierungsphilosophien
... und Clubpräsentation unsere Mitglieder Autograttlerei Oberland und Veteranen-Fahrzeug-Verband e.V.
Diskussionsrunde zu Restaurierungsphilosophien auf der Klassikwelt Bodensee
Die vom DEUVET initiierte Diskussionsrunde zur Restaurierungsphilosophien brachte allen Beteiligten neue Sichtweisen.
Dirk Voigtländer (Dipl Restaurator) Friedrich Rückert (Gutachter) Rickert (Fa. Mechatronik) und Maik Hirschfeld (Präsident des DEUVET) brachten unter Moderation von Dr. jur Götz Knoop Ihre Standpunkte zwischen der Erhaltung der Originalität, der Befriedigung von Kundenwünschen und der Erfüllung des Anforderungsprofils zur Begutachtung als Oldtimer im Sinne des Straßenverkehrsrechtes zum Ausdruck.
Von links nach rechts: DEUVET-Präsident Maik Hirschfeld, DEUVET-Vizepräsident Dr. Götz Knoop, Diplom-Restaurator Dirk Voigtländer, W. Mohr, Clubrepräsentant, u. Rickert von der Fa. Mechatronik
Die Diskussionsteilnehmer arbeiteten heraus, dass auch die Implementierung aktueller Technik und historische Karossen akzeptabel sein kann, wenn dies bei der Präsentation und Vermarktung der Fahrzeuge offenkundig dargestellt und kein „Etikettenschwindel“ betrieben wird. Häufig sei der Rückgriff auf aktuelle Techniken die einzige Möglichkeit, Fahrzeuge vor der Verschrottung zu bewahren.
Gerade bei sehr seltenen Fahrzeugen sei auch nicht nachvollziehbar, wie der „Auslieferungszustand“ tatsächlich ausgesehen habe, weshalb die Wiederherstellung des Originalzustandes zwangsläufig auf eine Art Phantasieprodukt hinaus laufe.
Gleichwohl sei die Herstellung der Originalität zu bevorzugen, wenn und soweit dieser nachvollziehbar sei. Bei noch existenten Herstellern sei dies nahezu durchgängig gegeben.
Kritisch wurde die Veränderung von Fahrzeugen im finanziellen Interesse gesehen, also zB der Umbau von Coupe-Fahrzeugen zu Cabrios. Dies verzerre den repräsentativen Überblick über die Automobilgeschichte.
Gutachter Friedrich Rückert im Gespräch mit DEUVET-Vizepräsident Dr. Götz Knoop
Unser Mitglied Autograttlerei Oberland auf der Klassikwelt Bodensee
Was ist eine Grattlerei? Das haben wir uns schon lange gefragt. Am Stand unseres Mitgliedes Autograttlerei Oberland auf der Klassikwelt wurden wir nun umfangreich über die ethymologische Herkunft des Wortes und damit seine Bedeutung aufgeklärt.
Ein Gratten ist ein Korb, der früher auf dem Rücken getragen wurde und in dem Dinge, die am Wegesrand aufgesammelt wurden Platz fanden. „“gratten“ steht also für sammeln.
Und genau das machen die Mitglieder der Autograttlerei Oberland. Auf 17 Mitglieder kommen hier ca. 100 Fahrzeuge.
Bei der Autograttlerei handelt es sich in dreifacher Hinsicht um einen jungen Club.
Der Altersschnitt liegt in den 30er Jahren. Der Verein wurde erst im Frühjahr 2007 gegründet und der Club ist daher auch erst seit 2 Jahren Mitglied im DEUVET.
Rallyeschild der Schnitzeljagd 2009
Zentrales Ereignis im Clubleben der Autograttlerei ist die alljährlich stattfindende Schnitzeljagd. Nimmt man eine landschaftlich schöne Streckenführung, addiert einige Bildersuchen, Kartenstücke und Fragen hinzu und multipliziert man das Ganze mit gemütlichem Beisammensein, erhält man als Ergebnis die Schnitzeljagd der Autograttlerei Oberland.
Auf Pokale wird bis auf einen kunstvoll geschmiedeten Wanderpokal völlig verzichtet. Der Spaß und das gemütliche Beisammensein steht im Vordergrund.
Statt Schnitzel gibt zwar Weißwürste, aber ein kleiner Stilbruch ist wohl erlaubt.
Andreas Mayer, 1. Vorstand der Autograttlerei Oberland mit dem Wanderpokal der Schnitzeljagd
Nähere Informationen zur Autograttlerei Oberland erhalten Sie unter
karosseriemanufaktur@online.de.
Der Veteranen-Fahrzeug-Verband e.V. auf der Klassikwelt Bodensee
Stand des VFV auf der Klassikwelt Bodensee
Einen Kontrapunkt zur jungen Autograttlerei Oberland stellt unser langjähriges Mitglied Veteranen-Fahrzeug-Verband e. V. (VFV) dar.
Als erster deutscher Veteranenclub wurde er bereits 1959 gegründet.
Eine wirkliche Besonderheit ist der am Stand aus gestellte „Lomos“ Roller der Firma DKW von 1922. Damals bezeichnete mal derartige Konstruktionen noch als Sesselrad.
Lomos Sesselrad von 1922 am VFV-Stand
Der Schwerpunkt des VFV liegt bei den ganz alten Fahrzeugen. Für diese sind nur sehr schwer technische Informationen und erst recht keine Ersatzteile erhältlich.
Daher liegt einer der Schwerpunkte des VFV in der gegenseitigen Hilfe der Mitglieder untereinander – mit Hinweisen, Informationen und technischem Können.
Zusätzlich können Mitglieder Daten aus einem umfangreichen und intensiv gepflegtem Archiv abrufen.
Dieser Service wurde aktuell nochmals ausgeweitet. Seit Mai 2010 hat der VFV ein seit 8 Jahren bestehendes Forum im Internet übernommen. Im Forum unter www.motoclub.de terffen sich 6000 eingetragene Nutzer zum Erfahrungsaustausch. Bis zu 100.000 Zugriffe im Monat zeigen, dass der neue Service von den Nutzern sehr gut angenommen wird.
Ein großer Vorteil des Forums ist die deutliche schnellere Informationsübermittlung im Gegensatz zu anderen Medien.
Neben Einzelmitgliedern sind dem VFV ca. 250 Clubs angeschlossen. Diese organisieren allein ca. 150 Ausfahrten und Rallyes. Gemäß Reglement wird eine erfolgreiche Teilnahme mit einem VFV-Rallyeabzeichen belohnt welches in 3 Stufen vergeben wird.
Der VFV ist auch Ausrichter der „Deutschen-Historischen-Motorradmeisterschaft“, die alljährlich unter der Sporthoheit des Deutschen Motorsportbundes (DMSB) auf großen deutschen Rennstrecken ausgetragen wird.
Das Spektrum des VFV ist nicht auf Motorräder beschränkt. Auch Liebhaber historischer Fahrräder, Automobile und Traktoren haben hier ein Zuhause gefunden.
Aufgrund seiner besonderen verkehrsrechtlichen Kompetenz wurden Vertreter des VFV auch in den Parlamentskreis „Automobiles Kulturgut“ berufen.
Nähere Informationen finden Sie auch unter
www.veteranen-fahrzeug-verband.de
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